Die Legende des Wing Tsun - Teil 5: Von der Roten Dschunke in die Moderne

Die Lehre von Wing Chun wurde von Leung Bok Chau an Leung Lan Kwai weitergegeben . Dieser wiederum lehrte Wong Wah Bo, der an Bord einer "Roten Dschunke" lebte. Getarnt als Koch, lebte auf diesem Schiff auch der Meister Chi Shin, ein Überlebender aus dem Kloster des Sung-Berges.

Chi Shin beherrschte die Kampftechniken mit dem Langstock, welche durch gemeinsames Training in den Kampfkunststil des WingChun einfloss. Vermutlich wurde zu dieser Zeit auch das Training an der Holzpuppe sowie der Einsatz der Doppelmesser fest in das System integriert.

Über die Rote Dschunke gelangte die Kampfkunst schließlich auf das Festland in die Stadt Fatshan zum bekannten Kräuterarzt Leung Jan. Dieser lehrte seine Söhne Leung Bik und Leung Tsun sowie seinen begabtesten Schüler Chan Wah Shun

Chan Wah Shun gab die Lehren an eine kleine Gruppe von Schülern weiter, wie: Ng Siu Lo, Ng Chung So, Chan Yu Min, Lui Yu Chai und auch der junge Ip Man, die er viele Jahre unterrichtete.


Ip Man unterrichtete das System später viele Jahre in HongKong und machte es erstmals Öffentlich zugänglich. Einer seiner weltweit bekanntesten Schüler war Bruce Lee (Lee Jun-Fan), der Wing Chun durch seine Filme zu Weltruhm verhalf und bis heute als Ikone des Kung-Fu gilt.

Nach dem Tod von Ip Man wurde die Traditionslinie maßgeblich durch seinen Meisterschüler Großmeister Leung Ting fortgeführt. Auch wenn es heute verschiedene Theorien über die Details der Nachfolge gibt, entwickelte Leung Ting das System didaktisch weiter und ließ den Namen WingTsun (WT) schützen, um es von anderen Stilen (wie Wing Chun, Ving Tsun oder VT) abgrenzbar zu machen. Nachdem er sein System (WT) weltweit verbreitet hatte und mit GM Keith R. Kernspecht in Kontakt getreten war, folgte die Gründung der EWTO (Europäische WingTsun Organisation).

In diesem professionellen Umfeld entwickelten sich herausragende Lehrer wie Mario Parisi, der als erster Si-Hing von SiFu Patrizio Di Stefano eine zentrale Rolle in dessen Ausbildung einnahm. Über diese Stationen und den Austausch mit weitere namhaften Meistern (u.a. E. Boztepe, H. Pfaff, P. Tassos, M. Dragos) floss das gesammelte Wissen schließlich in die Gründung des WTMAS, welches die Tradition bewahrt und gleichzeitig modernste Trainingsmethodik bietet.